Ziel unbekannt

Es ist Montag, der 14.02.2011. Dieses Datum ist nicht irgendein gewöhnliches Datum, nein, es ist Valentinstag. Der Tag der Verliebten. Ich finde es nicht gut, wenn man seiner/seinem Liebsten einfach auf dieses Datum hin etwas schenkt. Wir schenken uns unter dem Jahr immer mal wieder etwas. So ist die Überraschung da und somit auch die Freude grösser. Zudem will ich Melanie immer wieder zeigen, wie sehr ich sie liebe und will nicht auf ein Datum angewiesen sein. Aus diesen Gründen haben wir vor dem Valentinstag abgemacht, dass wir uns einfach eine Kleinigkeit schenken. Ich habe ihr etwas gebastelt und geschrieben, während sie immer mal wieder etwas am vorbereiten war, was mich doch etwas stutzig machte. Sie wird sich doch hoffentlich an unsere Abmachung halten?
Es ist nun also soweit – der Valentinstag ist da. Es ist morgens um 09:15 Uhr, Melanie muss heute erst um 10:00 Uhr bei der Arbeit sein. Ich bin parat, um sie nach Döttingen zu fahren und warte auf sie. Irgendetwas ist sie am ausdrucken und ich werde langsam nervös. Die Zeit läuft und läuft, doch Melanie scheint es nicht wirklich zu kümmern. Doch dann, endlich ist sie fertig und wir können gehen. Nein, doch nicht, sie will mir ihr Valentinstagsgeschenk jetzt schon geben. Was, jetzt unter Zeitdruck und zwischen Tür und Angel? Okay, wenn sie darauf besteht…
Sie überreicht mir eine schön gestaltete Karte. Ich lese diese Karte und bin erst einmal baff! Habe ich das jetzt richtig gelesen? Ich lese sie noch einmal durch und ja, es stimmt! Da steht doch tatsächlich, dass sie heute frei und für uns einen Ausflug geplant hat. Unglaublich, ich war schon seit Ewigkeiten nicht mehr so überrascht. Es bringt mich richtiggehend aus dem Konzept, ich bin regelrecht verwirrt. Doch nachdem der anfängliche Schock abgeklungen ist, freue ich mich riesig!
Wohin es heute geht, das will sie mir aber nicht verraten! Bloss, dass wir in Richtung Luzern fahren und unterwegs brunchen, eröffnet sie mir. Ich finde das äusserst spannend und bin ganz froh, dass ich keine Ahnung habe, wohin es geht. Wir fahren also los, Melanie gibt im Navi das Ziel ein und ich richte und verlasse mich einzig und alleine auf das Navi.
Erster Stop machen wir an der Raststätte Luzern Neukirch. Hier essen wir im „Marché“ gemütlich unsere Gipfeli und fahren danach wieder weiter. Auf dem Weg stelle ich mir natürlich immer wieder die Frage, wohin sie mich wohl entführt heute, doch eine konkrete Vorahnung habe ich keine. Es ist extrem aufregend, mit dem Auto unterwegs zu sein, ohne eine Ahnung zu haben, wohin es geht.
Irgendwann wird es mir dann klar, dass wir nach Engelberg fahren. Will sie mit mir Snowboard fahren? Nein, sie kennt doch den Zustand meines Rückens, das wäre absolutes Gift. Gehen wir einfach spazieren, oder etwas essen? Ich weiss es nicht.
In Engelberg angekommen, geht Melanie irgendwelche Tickets lösen, während ich draussen zu warten habe. Es geht dann mit dem Bus zu einer Bergstation. Dort steigen wir in eine Seilbahn in Richtung Titlis und genau dahin verschlägt es uns auch. Auf dem Kleintitlis wird dann das Geheimnis gelüftet. Die Eisgrotte ist unser Ziel.


Es ist faszinierend, einen Gletscher von innen zu sehen. Dazu läuft „Time to say goodbye“ von Andrea Bocelli und Sara Strightman. Ein wunderschöner, romantischer Moment, den mein Schatz und ich gerade erleben. Wir geniessen es in diesem Gletscher zu sein, uns zu haben und die Musik auf uns einwirken zu lassen. Ich habe Gänsehaut!
Danach essen wir eine Pizza und erfreuen uns an der tollen Aussicht, die sich uns bietet. Mit dem Wetter haben wir grosses Glück. Danach schauen wir uns noch weitere „Attraktionen“ an und begeben uns dann langsam wieder in Richtung der Bergbahn. Im Tal angekommen gönnen wir uns noch einen feinen Coupe und machen uns wieder auf die Heimreise.
Diese Überraschnung ist Melanie mehr als nur gelungen. Ich konnte den Ausflug einfach nur geniessen, völlig abschalten und alles vergessen. Es war eine sehr interessante Erfahrung, blind meinem Navigationsgerät und Melanie zu vertrauen und absolut keine Ahnung zu haben, was mich erwartet. Auf einen Arbeitstag habe ich mich eingestellt, aber einen Ferientag erlebt. Das ist grossartig!
Meine kreative Verlobte hat sich hier selbst übertroffen und uns einen wunderschönen Valentinstag beschert. So kann ich es ihr auch ohne weiteres verzeihen, dass sie sich nicht so ganz an unsere Abmachung gehalten hat. Danke Meli, ich liebe Dech öber alles!

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