Wo bleibt der Respekt?

Die mit Spannung erwartete Abstimmung zur Masseneinwanderungs-Initiative ist durch. Sie wurde angenommen. Mich wundert das nicht. Das Schweizer Volk hat in den letzten Jahren mehrfach in diese Richtung abgestimmt. Die Reaktionen fallen immer gleich aus. Die Ja-Sager werden als Rassisten und Fremdenhasser tituliert. Diese dürfen gemäss den Gegnern nun nicht mehr beim Italiener eine Pizza essen. Leider interessiert sich jedoch keiner dafür, wieso dieses „Ja“ zustande gekommen ist. Viele Einheimische haben in den letzten Jahren Erlebnisse machen müssen, welche ihnen nicht gefallen haben. Man wurde bedroht, fühlte sich im eigenen Land fremd oder musste schockiert feststellen, dass das eigene Kind nur mit Kindern anderer Nationen zur Schule geht. Weiter fällt auf, dass der Strassenverkehr mehr und mehr verstopf ist. Um nach Aarau zu gelangen hat man plötzlich nicht mehr 15 sondern vielleicht 45 Minuten. Natürlich ist dies nicht nur auf die Einwanderung zu schieben. Aber wenn wir schon selbst wachsen und wachsen, ist es dann sinnvoll blind Menschen aus dem Ausland bei uns aufzunehmen?

Einige können damit ohne Probleme umgehen. Das ist ja gut und recht. Aber es gibt nun mal viele Menschen, bei welchen diese Erlebnisse Ängste hervorrufen. Wie sieht es denn in 10 Jahren aus? Sind Schweizer in 50 Jahren nur noch schwer zu finden? Und haben wir dann Verhältnisse wie es teilweise in Asien der Fall ist (Stichwort Ein-Kind-Politik)?

Der Schweizer lebt nicht gerne nur im Moment. Er schaut in die Zukunft. Und die Zukunft mit einer uneingeschränkten Zuwanderung macht ihm in vielerlei Hinsichten Angst. Diese Angst wird dadurch verstärkt, dass Politiker diese Ängste lächerlich machen. So fühlt sich der Schweizer nicht ernst genommen. Ängste hat jeder Mensch. Diese Ängste sollen geäussert werden dürfen, ohne gleich mit Beleidigungen konfrontiert zu werden. Bin ich denn wirklich ein Fremdenhasser, wenn mir die unbegrenzte Einwanderung Sorgen bereitet? Ich stelle es mir nicht gemütlich vor, in einem kleinen Land wie der Schweiz absolut keine Kontrolle über die Einwanderung zu haben.

Sage oder schreibe ich das öffentlich, werde ich aber leider schnell als Rassist oder Fremdenhasser abgestempelt. Das ist schade, denn damit wird die Verunsicherung grösser und es werden Initiativen lanciert, welche noch drastischer ausfallen. Es gibt verschiedene Meinungen und wir haben in der Schweiz das Glück, mitbestimmen zu dürfen. Es sagen nicht einfach so über 50% der Stimmberechtigten ja. Da ist mehr dahinter. Gegner der Initiative täten gut daran, dies ernst zu nehmen. Respekt und die Offenheit andere Meinungen zu respektieren, werden leider sehr klein geschrieben – aus allen Lagern! Einander genauer zuhören wäre ein erster Schritt in die richtige Richtung.

1 Kommentar

  1. Das ist alles richtig. Ich habe nein gestimmt, aber nicht, weil ich keine Angst vor einer unbegrenzten Einwanderung hätte. Wieso nur werden die Ängste der Stimmbürgerinnen und Stimmbürger seit Jahrzehnten nicht mehr ernst genommen? Weil diese eben leider in genau die von dir beschriebene Richtung gehen, wird die SVP mit iher Hetze weiterhin Auftrieb erhalten. Ich dachte und hoffte ja schon vor Jahren, dass der SVP-Anhänger-Boom ein Ende hätte und man endlich Taten und Leistungsausweise und nicht nur laute Worte von dieser Seite erwartete, aber eben…

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