Über den echten Skandal spricht niemand?!?

Dieses Mal handelt es sich wirklich um einen Skandal, doch kaum einer redet darüber. So tickt also die Menschheit. Ist in der Lasagne Pferdefleisch, statt Rindfleisch sind die Menschen empört und die Medien schreiben von Skandal. Obwohl kaum ein Konsument eine Ahnung hat, was eigentlich so alles in einer Lasagne enthalten ist. Ja, es hat ein paar E-Nummern, deren Bedeutung interessiert aber kaum jemanden.

Nun kommt ein Bericht im Kassensturz, wie Pferde aufs Übelste leiden müssen. Beispielsweise werden sie teilweise 18 Stunden auf engstem Raum durch die Gegend gekurvt. Das ist nur ein  noch harmloses  Beispiel. Doch in den Medien ist kaum etwas darüber zu lesen, ganz anders als beim „Pferdefleisch-Skandal“. Wenn also in einem Produkt etwas drin ist, das aber nicht drauf steht, findet das die Gesellschaft scheinbar viel schlimmer, als wenn Tiere gequält werden, nur damit der Mensch weiter seinem Überkonsum von Fleisch frönen kann.

Denner nimmt Pferdefleisch vorübergehend aus dem Sortiment

Denner schreibt heute auf seiner Facebook-Seite:

Am Dienstag, 19.2.13 wurden in der Sendung Kassensturz abschreckende Aufnahmen aus verschiedenen Pferdefarmen in Nordamerika gezeigt. – Denner nimmt die Vorwürfe des Tierschutzbundes ernst und hat daher bereits am vergangenen Freitag vorsorglich sämtliche Pferdefleischprodukte aus seinen Regalen entfernt. Bis zur endgültigen Abklärung der Sachverhalte wird Denner auf den Verkauf von Pferdefleisch verzichten.

Ich finde es sehr vorbildlich, – auch wenn böse Zungen behaupten, dass es sich hauptsächlich um eine Marketing-Aktion handelt – dass Denner diese Sache ernst nimmt und solchen Machenschaften den Riegel schieben will. Es kann und darf nicht sein, dass Tiere misshandelt werden. Doch, dass man das Fleisch, welches bereits verarbeitet wurde, nun einfach entsorgt, ist doch völliger Blödsinn. Diese Tiere sind ja bereits tot, da ist keinem gedient, wenn dieses Fleisch einfach weggeworfen wird. Im Gegenteil, so sind diese Tiere völlig umsonst gestorben.

Weiter finde ich es etwas scheinheilig, wenn man jetzt, wo ein solcher Fall aufgedeckt wurde, so schockiert reagiert. Vorher hat man offensichtlich nicht so genau hingeschaut. Und wenn Denner und hoffentlich auch allen anderen Lebensmittelhändler, wirklich daran interessiert sind, dass so etwas nicht auch bei anderen Tieren passiert, dann sollten sie überall ganz genau hinschauen. Nicht nur bei den Pferden herrschen solche Zustände und ich bin überzeugt, dass dies vielen durchaus bewusst ist, man aber lieber wegschaut.

Auch viele Konsumenten sollten sich an der Nase nehmen. Dass man nicht gerne zuviel Geld ausgibt, ist verständlich, doch beim Fleisch spart man definitiv am falschen Ort. Natürlich kann ich als Konsument kaum überprüfen, ob die Tiere beim Bio-Fleisch wirklich besser behandelt werden. Doch kann ich sehr wohl davon ausgehen, dass bei diesen Produkten ganz genau hingeschaut wird. Lieber also etwas mehr fürs Fleisch bezahlen, dafür läuft alles so Tier gerecht ab, wie es halt möglich ist.. Und es muss nun wirklich nicht jeden Tag Fleisch auf den Teller kommen, auch da kann jeder einzelne mit gutem Willen, etwas dazu beitragen, dass Tiere nicht leiden müssen und die Umwelt geschont wird!

Was ist eure Meinung zu diesem Thema? Haut in die Tasten!

 

2 Kommentare

  1. Ich stimme dir zu! Ob das Verhalten von Denner ernst gemeint ist oder nur Marketingzwecken dient ist für mich nebensächlich. Tatsache ist, dass Denner sofort handelt und somit dem ganzen entgegenwirkt.
    Dass das Essen nun weggeworfen wird, finde ich unter aller Sau. Die Tiere mussten sterben um im Mülleimer zu landen. Einen Aufkleber mit „Enthält Pferdefleisch“ auf die Verpackungen und ab in den Laden. Alternativ könnte man die ganzen Lebensmittel an Bedürftige spenden.

    Ich glaube „Bio oder nicht“ ist für viele nicht eine Frage der Moral, sondern eine Frage des Geldes. Ich für meinen Teil kaufe in der Schweiz nur Schweizer Fleisch. Ebenso achte ich bei Eiern darauf, dass sie aus artgerechter Haltung stammen (Freiland- bzw. Bioeier). Hier in Norwegen versuche ich ebenfalls einheimisches Fleisch zu kaufen. Die Deklaration ist mangelhaft, aber ich kaufe fast ausschliesslich an der Frischfleischtheke und hoffe so, auf der sicheren Seite zu sein.
    Ich habe hier immer „Eier von Freilaufenden Hühnern“ (Frittgående) gekauft, war aber geschockt als ich zuletzt auf dem Karton gelesen habe, was das hier bedeutet: Ok, die Hühner können frei rumrennen, was mich aber stutzig gemacht hat war „garantiert nicht mehr als 9 Hühner pro m2“. Das hört sich für mich nach ziemlich viel an und hat mich etwas geschockt. Ich fand dann dieses Bild bei Google: http://www.dyrsrettigheter.no/wp/wp-content/uploads/h%C3%B8nseanlegg.jpg
    Wow, da bin ich voll in die „Auslandfalle“ getappt. Ich war wirklich der Meinung, dass „frittgåend“ gut wäre. Ab sofort nur noch Bio!

  2. Das mit Denner ist absolut richtig geschrieben von Dir. Hauptsache es wird etwas getan. Ich handhabe alles andere, wie Du es geschrieben hast, auch so.

    Du bist zwar in die Auslandfalle getappt, hast aber ja bewiesen, dass Du, trotz der Meinung „frittgåend“ wäre gut, die ganze Sache hinterfragt hast. Ich finde es toll, dass Du so darauf achtest, was Du kaufst, dies machen leider noch zu wenige Menschen…

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