Nächstes Kapitel in der Fanhetze

Es ist wieder soweit, die nächsten Hirngespinste, um die Gewalt in Sportstadien zu bekämpfen, wurden veröffentlicht. So schreibt heute der Blick und diverse andere Blätter im Schweizer Medienwald: „Ab Saison 2013 ist Alkohol an Risikospielen im Schweizer Fussball und Eishockey verboten. Wer ein Spiel im Gästesektor verfolgen will, muss künftig im Fanzug anreisen.“ und es geht noch weiter: „Das gilt auch für Familien mit Kindern.“

Da behandelt man die Fans also jahrelang als Schwerverbrecher, will jetzt aber genau zu diesen „Hooligans“ Familien mit Kindern schicken. Der Widerspruch könnte grösser nicht sein. Gibt man hier etwa zu, dass diese Fans eigentlich doch gar nicht so böse sind, wie man dies über die Medien immer wieder glauben lassen möchte, oder ist man so fahrlässig, die Sicherheit von Familien und Kindern zu gefährden? Beides wäre skandalös!

Ich will ja überhaupt nichts verharmlosen. Mich nervt es jedes Mal gewaltig, wenn sich wieder Fangruppen ausserhalb (!) eines Stadions die Köpfe einschlagen müssen und so den Medien neues Futter liefern. Mein Gott, wäre ich in Luzern geboren und aufgewachsen, wäre ich höchst wahrscheinlich Luzern Fan. So ist es ja auch richtig, schliesslich soll jeder sein lokales Team unterstützen. Jemanden verprügeln, weil er die Farben des Gegners trägt, ist absolut lächerlich. Emotionen gehören dazu, aber nach dem Spiel sollte man doch trotzdem normal miteinander umgehen können. Sind Diskussionen mit gegnerischen Fans nicht gerade die Spannendsten? Sie geben einem doch eine ganz andere Sicht.

Die Realität sieht anders aus, aber indem man nun allen das traditionelle Bier nimmt und dazu auch noch alle in denselben Zug steckt, löst man doch keine Probleme. Gewalt mit Gegengewalt bekämpfen schürt doch nur neue Aggressionen. Dies ist doch längst keine Weisheit mehr. Aber vielleicht will man das ja genau so, schliesslich lässt sich eine Ausschreitung wesentlich besser verkaufen, als eine tolle Choreographie. Bestes Beispiel für kontraproduktive Berichterstattung lieferte kürzlich die Aargauer Zeitung, indem sie das in drei Wochen stattfindende Cupspiel zwischen Aarau und St.Gallen bereits als Hochrisikospiel verschrie. Solche Artikel sind reine Polemikmacherei und führen zu nichts positivem, ganz im Gegenteil. Dass man sich im Hintergrund auf dieses Spiel vorbereitet, um mögliche Ausschreitungen zu verhindern, ist ja wohl ganz klar. Dazu braucht es keine Panikartikel der AZ. Und wäre es den Medien wirklich ein Anliegen, Gewalt vom Sport zu vertreiben, kämen sie noch nicht mal auf die Idee für solche Artikel.

Ich will mir nicht vorschreiben lassen, wie ich an ein Spiel zu reisen habe und das Bier gehört ganz einfach zu einem Fussballmatch dazu. Weiter habe ich keine Lust, meine Daten preis zu geben und unter Umständen ein Opfer der Willkür zu werden, weil vielleicht irgendwann mal ein Opfer benötigt wird.

Kommunikation, Zusammenarbeit und Fairness von allen Seiten (auch von den Fans!) würde wohl so ziemlich jedes Problem lösen. Aber dies wird wohl nie in Erwägung gezogen und für immer ein Traum bleiben. Mit solchen Auflagen wünsche ich dem FC Aarau den Aufstieg nicht, so macht es nämlich absolut keinen Spass mehr!

 

 

 

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