Eigentlich…

… ist eigentlich ein blödes Wort.

Ich habe in letzter Zeit die Definition vieler Wörter nachgeschlagen, welche wir Tag für Tag verwenden. Schliesslich will ich wissen, was ich mit meinem Gesprochenen genau aussage. Und es ist unglaublich interessant, was gewisse Wörter bedeuten oder was alles dahinter steckt.

So bin ich über das Wort „eigentlich“ gestolpert. Wozu gibt es denn dieses Wort überhaupt? „Eigentlich“ gibt es nämlich eigentlich (ja ja, ich weiss…) gar nicht. Entweder eine Sache ist so, oder sie ist eben nicht so. Entweder ich kann etwas, oder ich kann es nicht. Entweder ich bin dieser Meinung oder ich bin anderer Meinung. Entweder es gibt es, oder es gibt es nicht. Trotzdem verwenden wir dieses Wort sehr häufig.

Wir sagen vorallem dann „eigentlich“, wenn wir etwas nicht direkt sagen möchten oder können. Ich gehe sogar schon soweit, dass es auf eine Unsicherheit hin deutet, wenn wir „eigentlich“ sagen. Wir sagen nicht die ganz ehrliche Wahrheit und sichern uns mit dem Wort „eigentlich“ ab. Falls uns jemand auf die Schliche kommen sollte, haben wir mit dem „eigentlich“ ja angedeutet, dass wir unserer Sache selbst nicht sicher sind. „Eigentlich“ beruhigt unser schlechtes Gewissen, dass wir nicht ganz die Wahrheit sagen oder entgegen unserer eigentlichen (ja, da ist es wieder…) Meinung handeln.

„Eigentlich“ untergräbt in manchen Formulierungen aber auch eine bestimmte Aussage. Hat ein Kind einen Blödsinn gemacht, wird oft gesagt: „Was hast du dir eigentlich dabei gedacht?“, obwohl es auch reichen würde „Was hast du dir dabei gedacht?“ zu sagen.

Andererseits kann das Wort „eigentlich“ wertvoll sein in einer Diskussion. Wir können eine neutrale Meinung vertreten, aber trotzdem mit diskutieren ohne sich auf eine Seite zu schlagen.

Aktuell dürften auch viele FC Aarau Fans dieses Wort oft benutzen. „Eigentlich tut der FCA meinen Nerven nicht gut, doch ich bin nunmal ein grosser Fan und kann nicht anders…“.

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