Bayern und die Transferstrategie

Ich habe es schon länger befürchtet, und war schon überrascht, dass so lange nichts ging in dieser Hinsicht. Man kennt das Phänomen seit Jahren. Die Bayern dominieren in der Regel die Bundesliga, aber immer wieder gibt es Vereine, die sich dem FCB als Spielverderber präsentieren. Bayern München ist für Fussballspieler in Deutschland die absolute Topadresse und dies nutzt man in der Lederhosen-Stadt schamlos aus. So werden den aufkommenden Konkurrenten jeweils halt einfach die Stars weggekauft. Manchmal dürfen sich diese Spieler bei den Bayern lange genug präsentieren und schlagen tatsächlich auch bei ihrem neuen Verein ein. Oftmals kommt es aber auch vor, dass diejenigen eben wirklich in erster Linie verpflichtet wurden, um die Konkurrenz zu schwächen. So wurde schon manch ein Talent vergrault und Klubs rutschten in die Krise.

Erstaunlicherweise konnte der BVB – der den Münchnern in den letzten beiden Saisons den Titel wegschnappte – bis jetzt dieser Strategie entgehen. Wahrscheinlich deshalb, weil die Spieler merken, dass die Borussen aus Dortmund durchaus das Potential haben, langfristig mit den Bayern um den Titel zu kämpfen. Da wird sauber gearbeitet und mit Jürgen Klopp hat man einen sympathischen Fussball-verrückten Trainer an der Seitenlinie. Ich glaube kaum, dass es die Bayern nicht versucht hätten, den Dortmundern Spieler weg zu kaufen.

Doch nun hat es den BVB leider doch noch erwischt. Das grosse Talent Mario Götze wechselt zum FC Bayern für 45 Millionen Schweizer Franken. Zugegeben, da wird es nicht einfach darum gehen die Borussia zu schwächen. Ein polyvalentes Talent wie es Mario Götze ist, wünscht sich wohl jeder Verein in seinen Reihen. Doch in München ist man scheinbar auch an Robert Lewandowski dran. Vielleicht habe ich da ja eine zu liebe und zu altmodische Einstellung. Vielleicht ärgert mich diese Transferstrategie auch vorallem aus dem Grunde, dass ich für die Borussen aus Dortmund schon beinahe solange fane, wie für den FC Aarau. Aber ich kann es kaum schlucken, dass dies immer und wieder geschieht. Dieses Verhalten führt dazu, dass ich den Bayern absolut keinen Erfolg gönnen kann. Für mich ist und bleibt der FC Bayern München einer der unsympathischsten Vereine in Europa.

Aber eines ist gewiss: Wenn der BVB nächste Saison die Schale wieder nach Dortmund bringt, ist auch meine (Schaden-) Freude umso grösser…  Heja BVB – jetzt erst recht!

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