Abstand halten!

Ein Thema, das wohl jeder Autofahrer kennt. Es gibt keine Autofahrt, ohne dass ich mich in irgendeiner Form darüber ärgere. Entweder der Vordermann fährt so langsam, dass ich mich selbst immer wieder dabei ertappe, den nötigen Abstand nicht einzuhalten. Oder aber, und das kommt bedeutend öfters vor, das hintere Fahrzeug schliesst so nahe auf, dass es mir mulmig wird.
Ich bin gewiss kein Autofahrer, der stur 50, 80 oder 120 fährt, aber trotzdem komme ich täglich mit Dränglern in Kontakt. Das ist extrem fahrlässig und schlicht gefährlich. Wenn ich bremsen muss, hat der Drängler hinter mir keine, und zwar absolut keine, Chance ebenfalls rechtzeitig zu bremsen. Die Folgen? Er kracht mir ins Heck, bleibt wahrscheinlich weitgehend unverletzt, während die Aussicht einer gröberen Verletzung bei mir im vorderen Auto wesentlich grösser ist. Das macht mich wütend und ich habe schon oft kurz auf die Bremse gedrückt, um den Hintermann abzuschrecken. Meistens schäumt der Fahrer jeweils vor Wut, doch meine Sicherheit ist mir zu wichtig, um diese Drängler tatenlos gewähren zu lassen.
Es hat auch einen Grund, weshalb ich gerade darüber schreibe. Neulich habe ich nämlich erlebt, was passieren kann, wenn man den Abstand partout nicht einhalten will! Vor mir fuhr in der 80er Strecke ein Sprinter und dieser kleppte regelrecht am Lastwagen vor ihm. Ich dachte mir da noch, dass der nicht alle Tassen im Schrank hat. Gerade bei hohen Gefährten, wo man nicht nach vorne sieht, ist es doch absolut lebensgefährlich, so aufzusitzen. Kaum gedacht, sehe ich dass der Lastwagen eine kleine Kurve fährt. Ich kenne diese Strecke – fahre ich sie doch jeden Tag – und weiss daher, dass der Mittelstreifen mit einer Leitplanke ergänzt ist.
Plötzlich ging alles ganz schnell. Ich sah, dass der Sprinter die Kurve nicht fährt, weil er sie ja gar nicht hätte sehen können, und ehe ich nur den Hauch einer Chance gehabt hätte, in irgendeiner Form zu reagieren, ragte der Sprinter bereits in die Höhe und schleifte meterweit auf der Leitplanke weiter. Die Funken sprühten nur so durch die Gegend und ein Gestank der Verbrennung machte sich schlagartig breit. Ich wähnte mich in einem Action Film. Es war der reinste Wahnsinn.
Er hatte aber grosses Glück, denn er rutschte wieder auf die Strasse und blieb auf allen vier Rädern stehen. Es hätte nicht viel gebraucht und er wäre gekippt. Der Fahrer stellte den Warnblinker ein und kam wohl mit dem Schrecken davon. Das Auto hat dabei ziemlichen Schaden genommen, doch es hätte auch ganz anders ausgehen können.
Ich hoffe, dass es dem Fahrer eine Lehre war und auch ich werde mich noch stärker darauf achten, genügend Abstand einzuhalten. Auch wenn man im Stress ist, durch das Aufsitzen ist man auch nicht schneller am Ziel. Im Gegenteil, der Fahrer dieses Sprinters ist da das beste Beispiel. Seine Tagespläne konnte er, dank dieser Fahrlässigkeit, alle vergessen.

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